Kunstmarkt, ein Experiment – Tipps und Tricks

von Julia am 4. Oktober 2011

Wie im letzten Beitrag angekündigt, biete ich kommendes Wochenende meine Fotokunstdrucke auf einem Kunstmarkt an. Bei Lebenslust&KunstGenuss starte ich mein Experiment und gebe euch ein paar Tipps was man rund um die Teilnahme bei einem Markt beachten sollte.

Zunächst habe ich schon länger darüber nachgedacht bei einem solchen Markt meine Fotos anzubieten, doch lange keinen passenden und bezahlbaren Anbieter gefunden, denn wenn die Standgebühren sehr hoch sind, lohnt es sich kaum seine Waren auf gut Glück anzubieten. Bei der Veranstalterin von Lebenslust&KunstGenuss, Michaela Kammer, stimmte schließlich das Preis-Leistungsverhältnis und so wage ich das Experiment. Wird es sich lohnen Fotokunstdrucke auf einem Kunst-/ Kunsthandwerksmarkt zu verkaufen? Ich habe bisher auf solchen Märkten wenig Fotografen gesehen, daher kann ich schlecht einschätzen, wie meine Fotografien ankommen werden.

Die Bilder trocknen noch

Die Bilder trocknen noch

Im Internet habe ich bis jetzt keine Informationen für Europa gefunden, was man als Kunstfotograf bei einem solchen Markt beachten muss und wie man sich am besten vorbereitet. Infos über Kunstmärkte in den USA findet ihr hier: http://blogs.photopreneur.com/sell-your-images-at-art-fairs.

Daher hoffe ich, mit meinem Artikel dem einen oder anderen helfen zu können.

Organisatorisches

Nachdem man einen geeigneten Anbieter gefunden hat und der Vertrag für den Stand unter Dach und Fach ist gibt es jede Menge zu tun. Meine Ausführungen erheben  keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn es kommt auf den jeweiligen Anbieter und die Örtlichkeiten an, sowie den Berufsstatus (Freiberufler, Gewerbetreibender) an, was man alles benötigt. Zunächst ist ein Gewerbeschein bei meiner Anbieterin nicht zwangsläufig nötig. Ich bin beim Finanzamt als freiberufliche Kunstfotografin gemeldet. Ohne eine Meldung beim Finanzamt als Freiberufler oder einen Gewerbeschein würde ich mich vorher lieber informieren, denn ganz ohne wird es wohl nicht gehen. Nachdem diese Formalia geklärt sind, muss man sich überlegen, was man anbieten möchte und in welcher Form man die Waren präsentiert.

Angebot

Ich biete Fine Art Prints in 20X30, 30X40 (bei Bedarf mit Rahmen oder Passepartout) und Fine Art Karten an. Darüber hinaus werde ich noch ein paar selbsthergestellte Buttons anbieten, sowie meine Bildbände auf Bestellung. Auf Whitewall erstelle ich gerade einen Shop, damit dort bei Bedarf ebenfalls meine Fotografien bestellt werden können.

Werbung

Wenn man an einem Kunstmarkt teilnimmt bringt es nichts nur seine Fotos mitzubringen ohne dabei auch Werbung für sich als Kunstfotograf/Fotograf und seine Produkte zu machen. Ich werde daher massig Flyer dabei haben, um sowohl meine Kunstfotografie zu bewerben, als auch mein Angebot der Portraitfotografie auf PurePortrait-Fotografie.de. Visitenkarten sollte man natürlich auch immer dabei haben. Ich habe auch jeden Kunstdruck mit einer selbigen versehen. Darüber hinaus werde ich in einem Digitalbilderrahmen noch einige weitere Fotografien präsentieren. Wichtig ist auch, Werbung im Internet zu machen, um auf die Veranstaltung hinzuweisen, ebenso wie Flyer zu verteilen.

Präsentation

Ich werden meine Fotografien auf einem großen Holztisch und zwei kleinen Tischen anbieten. Dabei wird einer der beiden kleinen Tische als Einpackfläche fungieren, damit die Waren auch unbeschadet transportiert werden können. Für die Verpackung nutze ich Luftpolsterfolie (“Knipsfolie”) und Pappkartons um die Fotografien zu stabilisieren. Eine umweltfreundliche Alternative zu der Folie habe ich bis jetzt noch nicht gefunden. Für Tipps bin ich dankbar.

Damit alles ansprechend aussieht, wird der Tisch natürlich mit einer schönen, aber neutralen Decke bedeckt. Für die Fotografien habe ich schöne Weidenkörbe besorgt, die auch optimal zu meinem Ansatz der Natürlichkeit passen. Eine Blume sorgt für entsprechendes Ambiente. Wichtig ist es auch an Beleuchtungsmöglichkeiten zu denken (bei mir zwei Schreibtischlampen, natürlich mit Energiesparbirnen). Die genaue Präsentation wird sich letztlich vor Ort entscheiden, aber man sollte sich vorher darüber Gedanken machen und alles besorgen, was man für seinen Verkaufsstand braucht.

Die Vorbereitungen laufen. Nur nichts wichtiges vergessen.

Die Vorbereitungen laufen. Nur nichts wichtiges vergessen.

Vorbereitung

Hier folgt nun eine Liste der Dinge, die ich im Vorfeld der Veranstaltung erledigt habe:

  • Finanzplan erstellen: Was lohnt sich, was nicht? Wie viel Ware muss ich anbieten? Ab wann mache ich Verlust. Welche Kosten fallen insgesamt an? Wie kalkuliere ich meine Preise am Besten usw.
  • Ganz wichtig: Auswahl der Fotografien. Nicht nur Lieblingsfotos drucken, auch solche, die sich potentiell verkaufen lassen.
  • Fotos drucken (bei mir auf umweltfreundlichem Hahnemühlen Sugar Cane Papier) oder drucken lassen.
  • Passepartouts, Rahmen und Verpackungsmaterial besorgen (Knipsfolie, Karton, Paketband).
  • Eine Preisliste erstellen.
  • Werbung machen.
  • Tische, Stühle (man möchte ja nicht stundenlang stehen), Deko, Kisten/Körbe für die Fotografien, Lampen, Schreibzeug, Schere, Verpackungsmaterial organisieren und mitnehmen.
  • Einnahmebelege aus dem Internet ausdrucken, um die Einnahmen auch richtig dokumentieren zu können!
  • Zur Sicherheit, wenn vorhanden, die eigene Umsatzsteuer ID dabei haben. Man weiß ja nie, wer vielleicht kontrolliert.
  • Stoffhandschuhe zum ordnungsgemäßen Verpacken mitnehmen.
  • FI-Schalter + Mehrfachsteckerleiste nicht vergessen! Dieser Schalter wird bei den meisten Märkten verwendet und ist ein Fehlerstromschutzschalter für die elektrische Spannung.
  • Wechselgeld dabei haben.
  • Und Proviant nicht vergessen.

Ich hoffe, euch einen kleinen Einblick in die Vorbereitungen für die Teilnahme bei einem Kunstmarkt gegeben zu haben. Wie gesagt, ich beziehe mich bei allen Angaben auf meine Situation. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie die optimale Vorbereitung aussieht. Ich gebe nur ein paar Hinweise. Noch zwei wichtige Hinweise: fangt nicht zu spät mit der Vorbereitung an, zwei Wochen vorher sollten es schon sein. Länger wenn man noch viele Dinge bestellen muss. Und ganz wichtig: habt Spaß bei der Sache!

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, welche Eindrücke ich vom “Marktleben” hatte und ob es sich gelohnt hat, Fotografien auf einem Kunstmarkt anzubieten. Wenn möglich auch live vom Markt über Twitter: @pureportrait.

Geschrieben von Julia T. Scho.

Ich bin Kunstfotografin aus Leidenschaft. Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und Kreativität sind meine Werkzeuge.

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2 Kommentare

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg beim verkaufen. Und sei nicht enttäuscht, wenn es nicht gleich funktioniert, manchmal muss man auch erst herausfinden, welche Märkte funktionieren und welche nicht. Hier im Osten ist das sehr sehr schwierig, meine Erfahrungen haben gezeigt, dass es nur ein Minus Geschäft war und nur die Marktbetreiber verdient haben. Ich weiß aber, dass es auf anderen Märkten mit einer anderen Käuferklientel sehr gut funktioniert.

by Jana on 4. Oktober 2011 at 16:38. Antworten #

Liebe Jana,
vielen Dank! Ich werde mich einfach mal überraschen lassen und dann berichten, wie es gelaufen ist, aber ich denke eine Erfahrung ist es wert und ich freue mich schon darauf.

Liebe Grüße aus Bonn
Julia

by Julia on 4. Oktober 2011 at 16:54. Antworten #

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