Blogparade: Outdoor und Nachhaltigkeit

von Julia am 20. Juni 2011

Naturidylle in der Outdoorbranche?

Naturidylle in der Outdoorbranche?

Angeregt durch die Blogparade von outdoor.de gehe ich der Frage nach: Kommt der Outdoor-Branche aufgrund ihrer Affinität zur Natur eine “besondere Rolle” beim Thema Nachhaltigkeit zu?

Auch wenn in allen Branchen die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle in der Firmenpolitik spielen sollte, so denke ich, dass ein öko-politisches Denken in der Outdoor-Branche verstärkt vom Konsumenten erwartet wird.

Ein rauschender Gebirgsbach, eine Gruppe Mountainbiker, die eine Pause einlegen und ein atemberaubendes Alpenpanorama bewundern oder ein Segeltorn auf rauer See – das sind Bilder die uns die Outdoor-Industrie in Ihrer Werbung präsentiert. Natürlich evozieren diese Bilder das Gefühl von Natürlichkeit und ökologischem Bewusstsein – Mensch und Natur werden hier zur Einheit. – Dieses Gefühl tut gut und die Branche weiß genau wer ihr Konsumenten sind und welche “Knöpfe” sie drücken muss.

Ich sage nicht, dass sich die Outdoor-Branche nicht um Nachhaltigkeit bemüht und dies auch immer mehr in den Fokus ihrer Politik gerät: So wird auf CO2 Emissionen bei der Produktion geachtet, recyclete Materialien werden verwendet und Umweltprojekte unterstützt. Dies ist mit Sicherheit ein riesen Fortschritt, wenn man an frühere Zeiten denkt.

Allerdings erwarte ich mir von einer Branche, die letztlich von der Natur lebt, mehr.

Wer mit der Natur wirbt, muss sich für ihren Schutz einsetzen. Dabei geht es nicht nur um eine umweltbewusste und nachhaltige Produktionsweise, sondern auch darum, ein Bewusstsein für den Umgang mit der Natur zu schaffen. Nicht nur bei den Produzenten, sondern auch bei den Konsumenten. Es hilft schließlich alles nichts, wenn Outdoorurlauber nachhaltig produzierte Outdoorkleidung tragen, dafür aber ihren Müll in den Wald werfen, polemisch gesagt.

Eine Art “Aufklärungskampagne” der Outdoorbranche wäre daher wünschenswert, in der jeder einzelne lernen kann, sich (umwelt)bewusster in der Natur zu bewegen. Und dass es bei Outdoor nicht darum geht, wer die funktionalste Jacke und das Beste Bike hat.

Outdoor und Nachhaltigkeit sollten daher Hand in Hand gehen, auch wenn dies allumfassend gedacht ein frommer Wunsch bleiben wird. Denke man nur daran, wo die meisten Artikel produziert werden. Unter welchen Bedingungen für die dortige Arbeiterschaft tätig ist und welchen langen Weg die Produkte zurücklegen müssen, bis sie in den deutschen Regalen landen.

Es ist noch ein langer Weg, aber Wandern gehört ja zum Outdoor-Erlebnis dazu.

Geschrieben von Julia T. Scho.

Ich bin Kunstfotografin aus Leidenschaft. Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und Kreativität sind meine Werkzeuge.

Ähnliche Beiträge:

  1. Blogtimes geht auf Blogsuche Die Seite Blogtimes sucht wieder nach deutschsprachigen Fotoblogs, da bin...
  2. Blogparade “bestes Foto 2010″ Das Jahr hat gerade erst angefangen, genauso wie mein Blog,...
  3. distrikt3 – Ein innovatives nachhaltiges Fotoatelier Bei meiner Fotografie ist mir eine nachhaltige Arbeitsweise besonders wichtig....
  4. Kibuyu – eine ökologische Druckmanufaktur stellt sich vor Es ist immer schön, wenn man Leute findet, denen genau...
  5. Willkommen bei ecophoto Willkommen bei meinem Blog zur nachhaltigen Fotografie! Ich freue mich...

Hinterlasse deinen Kommentar

Benötigt.

Benötigt. Wird nicht veröfentlicht.

Wenn du eine hast.

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.