Plastik überall

von Julia am 5. Februar 2011

In der Grundschule hat sich meine Klassenlehrerin leidenschaftlich für den Umweltschutz stark gemacht. Sie hat uns immer darauf aufmerksam gemacht, dass durch Plastikabfälle im Meer die Fische sterben. Gestern dachte ich wieder an ihre Worte von damals. Warum? Weil Plastik/Kunststoffe überall sind und uns fast in unserem Alltag ersticken.

Es fängt bei dem Joghurt zum Frühstück an; fast alle gekühlten Lebensmittel sind in Plastikbehältern verpackt. Zwischendurch greift man zur Wasserflasche, natürlich aus Kunststoff. Dann muss ich meine Tintenpatronen wechseln und wieder jede Menge Plastik. Später mache ich einen Einkaufsbummel und wieder wird man mit Plastiktüten zugemüllt. Abends mache ich einen Salat, die Tomaten sind in einer Plastikbox und die Fertigsalatsoße ist auch in einem Plastiktütchen eingeschweißt. Danach der Abwasch, das Spülmittel befindet sich in einer Kunststoffflasche. – Diese Liste ließe sich vermutlich unendlich fortsetzen. Kurzum, Kunststoffe bestimmen unser Leben.

Wir ersticken im Plastik

Wir ersticken im Plastik

Können wir überhaupt ohne sie leben? Welche Folgen hat Kunststoff für unsere Umwelt? Gibt es Alternativen? All diese Fragen gehen mir durch den Kopf und wollen, wenn auch in aller Kürze, beantwortet werden:

Zunächst einmal, was ist Kunststoff überhaupt? Woraus besteht er?

Kunststoff ist ein Festkörper, der sich durch viele Eigenschaften, wie etwa Formbarkeit, Elastizität, Wärmebeständigkeit auszeichnet und wird hauptsächlich aus Erdöl hergestellt. Dass die Basis von Kunststoff nicht unbegrenzt zur Verfügung steht, ist alleine schon ein Problem. Die Erdölvorräte der Welt werden nicht ewig unseren stetig wachsenden Bedarf decken können und somit wird es irgendwann kein Kunststoff auf dieser Basis mehr geben. Wäre es da nicht an der Zeit sich über nachhaltigere Alternativen Gedanken zu machen? Zumal alte Kunststoffe sich nur schwer abbauen lassen und bei der Herstellung von Plastik Giftstoffe entstehen. Also stellt Plastik und seine Produktion nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch eine Gefahr für unsere Gesundheit dar. Wie können wir den Bergen von Plastikmüll Herr werden, damit sie nicht auf ewig die Landschaft “zieren”?

Eine Möglichkeit ist natürlich Recycling. Schon seit Jahren kann man Baustoffe und vor allem Plastikflaschen so wiederverwerten. Darüber hinaus werden sogenannte “Blends” verwendet, ein Gemisch aus mehreren Kunststoffen, das mit abbaubaren Polyester und nachwachsenden Rohstoffen gemischt wird. Dieses Verfahren wird beispielsweise bei der Herstellung von Plastiktüten, Joghurtbechern oder Verpackungsmaterial im Haushalt angewendet. Warum also nicht ein Kaffeebecher aus Stärke, Frischhaltefolie aus Cellulose, oder ein T-shirt aus Maisstärke?

Es gibt inzwischen Alternativen zum Plastik, doch ganz ohne wird es wohl leider kurzfristig gesehen nicht gehen. Da ist es an uns mitzudenken und zu handeln:

  • Verzichtet beim Shoppen auf die Berge an Plastiktüten, nehmt eine Stofftasche für eure Einkäufe mit.
  • Kauft Glas, anstatt Plastikflaschen. Auch Milch gibt es im Glas.
  • Kauft Obst und Gemüse lose.
  • Achtet selber beim Verpacken darauf, eher auf natürliche Stoffe wie Holz, Holzwolle, Filz etc. zurück zu greifen.
  • Trennt euren Müll und recycelt.

Dies waren nur ein paar Tipps. Habt ihr weitere? Ich bin gespannt.

Geschrieben von Julia T. Scho.

Ich bin Kunstfotografin aus Leidenschaft. Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und Kreativität sind meine Werkzeuge.

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4 Kommentare

Plastik zu vermeiden ist im ersten Schritt leicht: Keine Plastiktüten,, verzichten auf unnötige Verpackungen… Aber wenn man genauer hinschaut, ist Plastik überall, im Shampoo (silikonfrei kaufen), in der Kleidung (Biobaumwolle ist das Stichwort), in Cremes (Paraffin ist letztenendes Erdöl). Wir versuchen auch, so weit wie möglich plastikfrei zu leben,, und es ist jeden Tag ene neue Herausforderung. Aber für eine saubere Umwelt und einen gesunden Körper sind es die Mühren wert!

by Stella on 8. Februar 2011 at 21:56. Antworten #

Vielen Dank für Deinen Kommentar.
Stimmt, es ist wirklich gar nicht so einfach ganz auf Plastik im Alltag zu verzichten. – Euer Experiment klingt sehr spannend. Wie lange seit ihr schon dabei?

Liebe Grüße aus Bonn
Julia

by Julia on 9. Februar 2011 at 10:44. Antworten #

Noch nicht so lange. Seit Oktober 10 ungefähr. Gott sei Dank war zwischendurch Weihnachten, da konnten wir unsere plastikfreien Haushaltsgeräte noch ein bisschen vermehren. Wir arbeiten dran :)

by Stella on 10. Februar 2011 at 21:41. Antworten #

Dann wünsche ich euch noch Alles Gute für euer Projekt!
Werde mal wieder vorbeischauen.

by Julia on 11. Februar 2011 at 10:32. Antworten #

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