work-consume-be silent-die: Vernissage

von Julia am 26. März 2014

Ausstellung

work-consume-be silent-die

Endlich ist es soweit und meine nächste Ausstellung kündigt sich an: Am 11. April  lade ich euch herzlich zur Eröffnung der Ausstellung work-consume-be silent-die im Kunstverein Bad Godesberg ein. – Dieses mal stelle ich nicht alleine aus, mit dabei ist meine Künstlerfreundin Kristina Salamon-Afif mit der ich zusammen diese Ausstellung konzipiert habe. – Da ich derzeit in den USA bin kann ich leider nicht an der Vernissage teilnehmen, würde mich aber freuen, wenn ihr Kristina künstlerisch unterstützen würdet!

Vernissage

Vernissage

Worum es in der Ausstellung geht:

Konzept  – „Work – consume – be silent – die“

Die Künstlerkooperation Kristina Salamon-Afif (Malerei und Zeichnung) und Julia T. Scho (Fotografie)beschäftigte sich zunächst mit dem Themenkomplex „Stille“. Die Hintergründe von Stille und Implikationen, die das Thema evoziert, wurden im künstlerischen Diskurs eruiert und erarbeitet. Im Rahmen Ihrer künstlerischen Arbeit stieß Julia T. Scho auf den Slogan „Work – consume – be silent – die“ in Form eines Street Art Graffitis in Avignon in der Provence. Der aus den 1970er Jahren stammende Slogan beschreibt in authentischer Weise unsere heutige Lebensrealität und kritisiert die Konsumkultur. Anregt durch die daraus entstandene Fotografie erfuhr das Arbeitsthema eine Aspekterweiterung im künstlerischen Denken. Nun war nicht nur die Stille von Bedeutung, sondern auch ihre Gegensätze, und die damit verbundenen Assoziationen traten in den Fokus der beiden Künstlerinnen. In der Ausstellung wird der „Austritt des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ gezeigt. Anhand des Portraits eines Mannes, der über der Stadt und über den Dingen steht, verdeutlichen die Künstlerinnen, dass es einen Ausweg aus:  „Work – consume – be silent – die“ gibt, hin zu einer anderen Form des Seins. Das Künstlerduo hinterlässt mit der Fotografie einer leeren U-Bahn Station in Paris eine Leerstelle im Diskurs. Der Mensch hat nun die Wahl, ob er sich weiterhin dem Konsum, der Arbeit, der Unmündigkeit und dem Dahinsiechen hingibt, oder ob er sich abwendet und einen Gegenentwurf wagt.

So manifestieren sich in den Bildern und Fotografien bewusst die Konsequenzen aus dem Handeln des mündigen Menschen, der von nun an sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und sich nicht fremd determinieren lässt. Mit dem Austritt aus dem Nützlichkeitsdenken, dem Dasein als bloßer Funktionsträger wird ein Raum geschaffen, in dem er wieder frei agieren kann.

Die Künstlerinnen

Julia T. Scho nähert sich dem Thema mit einer klaren Bildsprache: Die vier Fotoserien (á drei Fotografien) werden durch drei Fotografien zu Beginn der Werkreihen ergänzt. – Die erste Fotografie liefert den Titel des gemeinsamen Kunstprojektes und hebt,  provokant gesagt, darauf ab, wie sich die derzeitige Lage der Menschheit darstellt: Arbeiten, konsumieren, keine Stimme erheben und sterben. Aus dieser Ohnmacht des Menschen erklärt sich die zweite Fotografie der Reihe: ein Mann tritt aus der amorphen und systemkonformen Masse aus und begibt sich auf einen erhöhten Standpunkt. Von dort ist er keine Marionette mehr, sondern durchschaut das System und seine sich selbst erhaltenden Faktoren. Er will ausbrechen.

Als nächstes folgt das Foto einer leeren U-Bahn Station. Es bildet mit Absicht eine Art Leerstelle im fotografischen Diskurs. Hier kann der Betrachter verweilen und sich selbst die Frage stellen, ob er weiterhin getreu dem Motto der Ausstellung leben möchte, oder ob er auch den Ausstieg wagt und einen neuen erhöhten Standpunkt sucht von dem aus er, im Sinne des Poststrukturalisten de Certeaus eine Art Meta Ebene einnimmt und die Strukturen, welche dem Leben zugrunde liegen, erkennt.

Die folgenden vier Fotoserien zeigen in sehr klaren und strukturierten Bildern, dass ein Ausweg die bloße Symmetrie des Seins sein könnte. Einfache klare Formen – Strukturen des Lebens wirken befreiend, losgelöst von allem, zeigen sie doch immer nur einen Ausschnitt und entschleunigen so.

Man mag auch an Jean Pauls Erzählung von Schulmeisterlein Wutz und seinem Vollglück in der Beschränkung denken. Einer Figur, die sich auch mit den kleinen Dingen im Leben zufrieden fühlt und so dem Konzept des heutigen Konsums auch diametral entgegensteht. So kann auch etwas Alltägliches, wie der Blick auf das stille Meer, ein Straßenschild oder ein Stück Rasen „zum Gefäß einer Offenbarung werden“ (Hofmannsthal: der Brief Lord Chandos) und zu einer Art Transzendierung des Lebensgefühls in einem wortlosen Moment werden.

Ob also in der Natur, der Spiritualität oder Alltäglichem, überall kann der Mensch hin ausbrechen und sich neu erfinden und die Stille – Unmündigkeit durchbrechen.

Julia T. Scho inszeniert ihre grafischen Fotografien auch in ihrer Repräsentationsform als Teil  des Mottos: work – consume – be silent – die. Sie wählt für ihre Drucke kein typisches Künstlerpapier oder Bilderrahmen, sondern zeigt ihre Fotografien auf Leinwand gedruckt, an Kleiderbügeln befestigt. Diese Form der Hängung ist nicht nur originell, sondern macht in einer „Fußnote“ auf die vergängliche Konsumkultur der heutigen Zeit aufmerksam. Dennoch sind die Fotografien einzigartig und somit keine Ware von der Stange. Die Fotografien und ihre Art der Präsentation bilden einen gewollten Kontrast, der zum Nachdenken anregen soll.

Kristina Salamon-Afif setzt sich künstlerisch auf zwei unterschiedliche Arten mit der Thematik auseinander. Ihre meist nur andeutungsweise ausgeführten Zeichnungen auf grauem Untergrund fixierte sie auf einer schwarz lackierten Trägerplatte, wobei der dadurch erzeugte Kontrast das Gezeichnete noch deutlicher hervorstechen lässt. Die sparsam gesetzten, prägnanten Formen bestehen größtenteils aus Strichen, Linien, Kreisen und Punkten, zwischen denen sich zahlreiche bewusst frei gelassene Partien befinden. Bezüglich der Farbigkeit dominiert die schwarze Linie, wobei jedoch auch stellenweise Rot-, Grün- und Blautöne verwendet wurden. Abstrahiert und auf das Wesentliche reduziert, lassen die Formen und Linien einen Raum für Fragen, Gedanken, Assoziationen und Identifikationen offen. Die Formen erzeugen eine vieldeutig lesbare Zeichensprache, die mit den Erfahrungen und Erwartungen des Betrachters an die wahrgenommenen Elemente spielt. So verweist das Werk „Rationalisierung“ aus der Bilderserie „Lebenszyklus“ sowohl auf das „Eingepresstsein“ des Menschen in gesellschaftliche Formen, könnte aber auch als von ihm mühsam zusammenzufügende Puzzleteile (Lebensaufgaben) verstanden werden. Hier tritt die Misere des modernen Menschen zutage, der in eine Gesellschaft mit festen Erwartungen hineingeboren wird, den Lebensweg unter reinen Aspekten der Nützlichkeit plant, oftmals nicht den Ausbruch aus seinem Rationalisierungsdenken und seiner Konsumhaltung wagt und es am Ende seines Lebens bereut …

In den Acrylgemälden liefert die Künstlerin nun den Gegenpol zur hektischen Betriebsamkeit unserer Zeit: weiche, organische Linien, sparsam angedeutete Motive, fließende Übergänge, sanfte Farbgebung. Die einzelnen Bildbestandteile werden durch dunkle Konturen voneinander abgegrenzt. Innerhalb des einzelnen Bildelements verschwimmen jedoch die Farben miteinander, indem  Modulationen und fließende Übergänge geschaffen werden; jedoch ist der sanfte Pinselduktus weitgehend zu erkennen. Die Bilder sind in dezenten Farbtönen gehalten, die an vielen Stellen mit Weiß aufgehellt wurden. Die Gemälde wecken Assoziationen zur Natur, wobei sie eine Atmosphäre der Ruhe und des Innehaltens erzeugen. Bei den Gesichtsdarstellungen verzichtet die Künstlerin sogar komplett auf bunte Farbtöne, so dass den Schwarz-Weiß-Gemälden jegliche überflüssige Energie entzogen und ein Zustand der Stille hergestellt wird.

Der Betrachter kann während des Anschauens zur Ruhe kommen, sich Zeit nehmen, die Gedanken fließen lassen, innere Prozesse in Gang bringen. Er ist demnach nicht nur Konsument, sondern auch Gestalter des künstlerischen Prozesses, indem er die Bilder nämlich in seinem eigenen Kopf wirken lassen und weiterentwickeln kann.

Viel Spaß bei der Ausstellung!

Indian Summer in Cleveland

von Julia am 1. Dezember 2013

Auch wenn sich langsam Kälte und Schnee über die Stadt ausbreiten hier noch ein paar Impressionen vom Indian Summer in Cleveland. Die Aufnahmen sind auf dem Lake View Cemetery entstanden. Hier kann man nicht nur auf einem großen Areal wie in einem Park spazieren gehen, sondern man hat vom Garfield (der Präsident) Monument auch einen perfekten Blick über die Stadt. Dieser Rundgang sollte bei keinem Clevelandbesuch fehlen.

Indian Summer in Cleveland 1

Indian Summer in Cleveland 1

Indian Summer in Cleveland 2

Indian Summer in Cleveland 2

Indian Summer in Cleveland 3

Indian Summer in Cleveland 3

Indian Summer in Cleveland 4

Indian Summer in Cleveland 4

Indian Summer in Cleveland 5

Indian Summer in Cleveland 5

Indian Summer in Cleveland 6

Indian Summer in Cleveland 6

Indian Summer in Cleveland 7

Indian Summer in Cleveland 7

USA – Ein erster Einblick

von Julia am 24. November 2013

Nun komme ich endlich mal dazu hier ein paar erste Impressionen der neuen, temporären Heimat in Cleveland, Ohio zu zeigen.

amerikanische Flagge

amerikanische Flagge

Entgegen aller Vorurteile, einst von ihren Liebhabern als “Mistake on the Lake” bezeichnet, ist Cleveland eine interessante und abwechselungsreiche Stadt. Die 1796 gegründete “Forest City” und einstige Heimat von Rockefeller ist vor allem eines: eine Stadt starker Gegensätze. Während sich in manchen Stadtteilen, wie Cleveland Hights, eine Villa nach der anderen die Straßen mit ihren riesigen Vorgärten säumt, sind andere, wie beispielsweise East Cleveland (in das wirklich kein Tourist gehen sollte) von extremer Armut und Verfall geprägt.

ein "kleines" Einfamilienhaus in Cleveland Hights

ein "kleines" Einfamilienhaus in Cleveland Hights

geplatzter American Dream

geplatzter American Dream

Einst durch die Stahlindustrie groß geworden wird Cleveland inzwischen zu den Städten im Rustbelt gerechnet die infolge der Stahlkrise ab den 1970er Jahren an Bedeutung verlor. Heute sieht sich die Stadt mit Arbeitslosigkeit, Armut und Kriminalität konfrontiert, auch wenn dies von Stadtviertel zu Stadtviertel differiert. Insofern sind Vorurteile die Stadt sei eine Art Moloch und nur durch seinen einst in Brand geratenen Cuyahoga River und zur Niederlage neigenden Sportmannschaften bekannt, oberflächlicher Natur und reduktionistisch.

Wahr ist, wenn man dies verkürzt sagen kann, dass die Stadt, wie auch die gesamten USA sich ihren hausgemachten Problemen stellen muss. Allerdings begreift Cleveland seine wirtschaftliche und soziale Situation auch als Chance um sich neu zu erfinden. Das Potential und die Infrastruktur hat die Stadt auf alle Fälle. Im Gegensatz zu vielen amerikanischen Städten in denen man ohne ein Auto nicht weit kommt, verfügt Cleveland über ein relativ gutes öffentliches Verkehrsmittelnetz (nicht zu vergleichen mit deutschen Verhältnissen) mit dem man fast die ganze Stadt relativ günstig erkunden kann.

Es gibt viele verschiedene Stadtteile die alle ganz unterschiedlich sind und in denen es viel zu entdecken gibt: Architektur, Kunst, Lebensart, kleine Geschäfte, Restaurants und Flair. Bei Gelegenheit werde ich sie vorstellen. – Darüber hinaus verfügt die Stadt über sehr gute Bildungseinrichtungen, Kultur (Cleveland Orchestera, Theater, Rock´n´Roll Hall of Fame, Institut of Arts, Cleveland Museum of Arts oder das moca – Museum of Contemporary Arts, was praktischerweise direkt gegenüber liegt), den Eriesee direkt vor der Tür, wenn teilweise auch leider schwer erreichbar und jede Menge Parks und Grünflächen.

grüne Stadt

grüne Stadt

In diesem Sinne ist Cleveland durchaus eine Reise wert, wenn man nicht nur eine perfekte Glitzerkulisse erwartet. In meinem kurzen Überblick, der mit der Zeit noch durch einzelne Beiträge ergänzt werden soll, möchte ich noch mit einem Link zu einer interessanten Initiative zum Thema, wie sich die Stadt neu erfindet und einigen fotografischen Impressionen schließen.

University Circle (Heimat der Case Western Reserve University an einiger Museen):

University Circle 1

University Circle

University Circle - neue Architektur entsteht

University Circle - neue Architektur entsteht

moca

moca

moderne Nachbarschaft

moderne Nachbarschaft

Gebäude der Case University

Gebäude der Case University

weitere Stadtteile – Ohio City – Tremont – Downtown:

Tremont 1

Tremont 1

Tremont 2

Tremont 2

Tremont 3

Tremont 3

Ohio City: Westside Market

Ohio City: Westside Market

Downtown 1

Downtown 1

Downtown 2

Downtown 2

Hotdogstand in Downtown

Hotdogstand in Downtown

Blick auf den Eriesee

Blick auf den Eriesee

was es sonst noch in der Stadt zu sehen gibt: eine kleine Auswahl

riesige Cupcakes

riesige Cupcakes

jede Menge süßer Nager

jede Menge süßer Nager

ohne Worte

ohne Worte

viele Fahrräder

viele Fahrräder

Streetart

Streetart

Indian Summer

Indian Summer

Demnächst mehr Fotos und Berichte aus der Ferne – u.a. warum gehen Amerikaner mit Schlafanzughose in den Supermarkt?

Grüne Flitterwochen in der Stadt der Liebe

von Julia am 24. März 2012

Bei allem Termindruck darf die Liebe zur Fotografie und Nachhaltigkeit nicht zu kurz kommen, daher präsentiere ich euch heute mal ein paar Tipps rund um grüne Flitterwochen in der Stadt der Liebe.

Paris - der wohl romantischste Ort der Welt

Paris - der wohl romantischste Ort der Welt

Paris ist eine der wunderschönsten Städte der Welt und mit Sicherheit der perfekte Ort für Frischvermählte. Ob ein langer Spaziergang entlang der Seine, ein Blick vom Eiffelturm bei Nacht, wenn er in seinem bunten Glitzergewand erstrahlt, ein Besuch der berühmten Basilika Sacré-Coeur oder der Genuss eines Café au lait in einem der unzähligen Straßencafés – Paris bietet viele schöne Orte für Liebende.

Tourismus in Paris wird grün

Im vergangenen Jahr ging die Meldung durch die Presse der Eiffelturm solle begrünt werden. Der Hintergrund: Französische Ingenieure planten ein aufwendiges Begrünungsprojekt des Wahrzeichens von Paris. Innerhalb von vier Jahren sollten insgesamt 600.000 Pflanzen und ein Bewässerungssystem an dem Stahlgerüst befestigt werden. Wenn es nach den Planern geht, könnte der Eiffelturm schon diesen Sommer in grün erstrahlen. Der Paris Besucher darf gespannt bleiben, ob das Projekt wirklich in die Tat umgesetzt wird.

Doch wie ist es um die Umweltfreundlichkeit in Paris bestellt? Denkt man die Blechlawine die sich täglich durch die Metropole wälzt ist es nicht verwunderlich, dass in vielen Stadtteilen die Luft zu wünschen übrig lässt. Welche Maßnahmen ergreift die Stadt um grüner zu werden und so attraktiver für Besucher, denen die Umwelt wichtig ist?

Noch vor ein paar Jahren war Nachhaltigkeit und Ökologie nicht unbedingt das Steckenpferd von Paris. Hohe Schadstoffbelastung durch den Verkehr, Unmengen an Plastikverpackungen beim Einkauf und kaum ein Pariser oder gar Tourist, der sich per Fahrrad durch die Stadt wagte. Nun geht Paris neue Wege und rühmt sich auf der offiziellen Tourismusseite der Stadt http://de.parisinfo.com/nachhaltiger-tourismus/ als „das Reiseziel für nachhaltigen Tourismus“.

Paris wird grün

Paris wird grün

Maßnahmen zur Nachhaltigkeit schafft die Stadt etwa in den Bereichen umweltfreundliche Transportmittel, grüne Hotellabels, Faire Trade Shopping oder verantwortungsbewusste Freizeitaktivitäten. Dabei setzt die Metropole auf ihre Ressourcen, wie etwa die vielen Parkanlagen der Stadt, die Verliebte zu ausgiebigen Spaziergängen einladen. Auf ein Fahrrad muss man in Paris seit neuester Zeit auch nicht mehr verzichten, überall in der Stadt verteilt gibt es die Möglichkeit das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel zu mieten und damit den Großstadtdschungel zu entdecken.

Ob Paris in einem Land voller Atommeiler genug für seine Nachhaltigkeitsbilanz tut, wird sich in den kommenden Jahren zeigen, aber ein erster Schritt ist getan.

Hier nun einige Tipps rund um den grünen Aufenthalt in Paris während der Flitterwochen:

Unterwegs in Paris

Um mobil in Paris zu sein bedarf es keines Autos, was in dem unüberschaubaren Straßengewirr auch nicht zu empfehlen ist. Es gibt jedoch eine Vielzahl an umweltfreundlichen Arten der Fortbewegung: Bei den öffentlichen Verkehrsmittel steht die Metro wohl auf Platz eins der genutzten Fortbewegungsmittel. Darüber hinaus kann man in Paris Busse, Regionalbahnen (RER), Bahnen und hybride Taxis nutzen.

umweltbewusst unterwegs

umweltbewusst unterwegs

Eine sportlichere Variante durch Paris zu kommen ist das Leihen eines Fahrrades. Dies ist inzwischen an vielen Stellen in der Stadt möglich. So kann etwa an einer automatischen Ausleihstation eines der 20 600 Vélib’ stundenweise geliehen werden. Paris verfügt inzwischen über ein 371 Kilometer langes Fahrradwegnetz. So hält man sich in seinen Flitterwochen nicht nur fit, sondern tut auch etwas gutes für die Umwelt. Außerdem ist man mit dem Fahrrad wesentlich flexibler in der Stadt unterwegs.

Wer in den Flitterwochen nicht strampeln möchte kann die Stadt auch wunderbar zu Fuß erkunden. Dies ist mitunter eine der schönsten Möglichkeiten Paris kennenzulernen. Immer gibt es etwas neues zu entdecken und man kann ganz dem eigenen Tempo folgend in einer der romantischsten Städte der Welt ganz bewusst unterwegs sein.

Übernachten

Wer auch bei der Unterbringung in der Stadt der Liebe wert auf Nachhaltigkeit legt, muss nicht darauf verzichten. In Paris werden zwei Labels für Hotels vergeben, die an der Entwicklung des umweltbewussten Tourismus teilhaben und damit für ihr Umweltmanagement (Wasser, Energien, Abfälle) ausgezeichnet werden. Sie erhalten entweder das in Europa geläufige Öko-Label oder den Grünen Schlüssel, ein internationales Umwelt-Label. Die Accor-Kette hat sogar ihre eigene Umwelt-Charta entwickelt und verwendet ökologische und natürliche Kosmetikprodukte. Das Hotel Ibis Place de Clichy nutzt seit 2004 Solarzellen zur Energiegewinnung. Im Mercure Étoile Hotel gibt es Umweltzimmer, in denen beispielsweise energiesparende LEDs zur Zimmerbeleuchtung genutzt werden, öko-zertifizierten Laken verwendet werden und es Durchflussregulatoren für Waschbecken gibt. Eine Aufstellung von umweltfreundlichen Unterkünften in Paris unter: http://de.parisinfo.com/nachhaltiger-tourismus/.

Essen

Auch beim Essen kann man in seinen Flitterwochen nachhaltig handeln. Inzwischen gibt es in Paris zahlreiche Adressen, an denen man Biobäckereien, Biosupermärkte für Selbstversorger und natürlich Bio-Restaurants findet. Hier nun eine kleine Auswahl: Im 13. Arrondissement befindet sich das Restaurant Bio Art (1, quai François-Mauriac), was nach den Prinzipien des Feng Shui eingerichtet ist. Im 3. Arrondissement bietet Le Potager du Marais (22, rue Rambuteau) eine vegetarische Bioküche nach französischer und internationaler Art an. Das Lémoni (1, Rue Harold, Paris 1.) ist berühmt für seine frische, natürliche und mediterrane Küche. In Montparnasse befindet sich Dietetic Shop (11, rue Delambre, www.dietetic-shop.fr), eine Kombination aus Biosupermarkt und Restaurant. Eine weitere Adresse für biologisches Essen ist Supernature (12, rue Trevise, Paris 9. super-nature.fr). Wer in Paris nachhaltig und biologisch essen will, wird satt werden.

Shopping

Was in Paris natürlich nicht zu kurz kommen darf ist das Shopping. Die Stadt ist ein Mekka für Einkaufshungrige und dabei muss das Gewissen für Bio- und Fair-Trade-Produkte nicht auf der Strecke bleiben. Es gibt eine Fülle an nachhaltigen Produkten in den Bereichen Mode oder Dekoration. Marken wie Nature & Découvertes (Centre commercial Italie 2 – 24, place d’Italie, Paris 13 www.natureetdecouvertes.com), Artisans du monde (84, rue Claude-Bernard, Paris 5.
www.artisansdumonde.org) oder American Apparel (31, place du Marché-Saint-Honoré, Paris 1,
www.americanapparel.net) sind nur eine kleine Auswahl. Ein Geheimtipp ist Ekyog (3, rue Clément, Paris 6). Unter: http://de.parisinfo.com/nachhaltiger-tourismus/bio-und-fair-trade-shopping/ findet ihr eine ausführliche Auflistung aller Läden zum umweltbewussten und fairen Shopping.

Ein Monument für die Liebe - die Liebeswand in Mont Martre

Ein Monument für die Liebe - die Liebeswand in Montmartre

Noch ein paar Geheimtipps für Verliebte

  • Wer etwas früher aufsteht als die anderen kann den Zauber eines ruhigen und gerade erwachten Paris genießen, wenn die Sonne sich ihren Weg durch den Dunst bahnt und die Stadt in einen geheimnisvollen Schleier hüllt. Ein weiterer Vorteil, früh durch die Stadt der Liebenden zu streifen: Man hat die ganzen Touristenattraktionen für sich alleine und kann schöne und unvergessliche Flitterwochenfotos schießen. Danach geht es dann in ein Lokal für ein gemütliches Frühstück mit Croissant und Café au lait.
  • Montmartre ist einer der schönsten Orte in Paris. Von der Sacré-Coeur hat man einen tollen Blick über die ganze Stadt. Auch abseits der üblichen Touristenpfade gibt es in dem Viertel viel zu entdecken. Ob Konditoreien mit verführerischem Backwerk, die berühmte Liebeswand im Park Square Rictus am Place des Abbesses oder die vielen Straßenkünstler, das Viertel ist einen Besuch wert.
  • Notre Dame und die Seine-Inseln laden zu gemütlichen Spaziergängen ein. Auf der Pont de l’Archevêché, hinter Notre Dame kann man seine Liebe mit einem Liebesschloss verewigen. Eine wunderschöne romantische Geste, gerade für Frischvermählte.
  • Paris hat eine Fülle an schönen Parks zu bieten. In den gepflegten Gartenanlagen kann man nicht nur herum wandeln, sondern auch ein Picknick machen und die Zeit zu zweit genießen.

Viel Spaß in den grünen Flitterwochen!

Dieser Artikel erschien auch bei: The Green Wedding Magazine.

“Verfallen, verlassen, vergessen” – Ein Interview mit Kathrin Broden

von Julia am 9. Februar 2012

Kathrin Broden habe ich beim showcase im Kult 41 kennengelernt und da ich ihre Fotoarbeiten sehr interessant finde, habe ich sie um ein Interview gebeten. Sie spielt in ihrer Fotografie mit dem Thema Vergänglichkeit auf unterschiedliche Arten. Einen kleinen Ausschnitt findet ihr in diesem Interview.

Mehr auf: brokatgrafik.wordpress.com

Forbidden Places 1
Forbidden Places 1

Seit wann fotografierst Du?

Seitdem ich 12 bin. Da habe ich meinen ersten Fotoapparat geschenkt bekommen.
Es waren zu der Zeit aber fast nur Urlaubsfotos oder andere Erlebnisse die man einfach als Erinnerung festhalten wollte. Erst mit der Digitalkamera habe ich begonnen mich verstärkt für die Fotografie zu interessieren.

Bist Du Autodidaktin oder hast Du Fotografie gelernt/studiert? Und arbeitest Du hauptberuflich als Fotografin?

Ich habe während meines Grafikdesign-Studiums auch das Fach Fotografie studiert. Hierbei arbeiteten wir aber noch analog und lernten auch das Entwickeln. Mit der Digitalfotografie habe ich dann später selber begonnen.

Nein, ich arbeite hauptberuflich nicht als Fotografin, aber als Grafikdesigner hat man es ständig mit Fotografie zu tun, allerdings meist nur mit der Bearbeitung des Bildmaterials.

Wo liegt Dein fotografischer Schwerpunkt?

Mein Schwerpunkt ist das Thema “Verfallen, verlassen, vergessen”.
Es gibt so viele und vielfältige Orte dieser Art. Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue diese Orte zu entdecken und sie festzuhalten bevor sie komplett verfallen oder abgerissen werden.

Fototafeln

Fototafeln

Was fasziniert Dich an der Fotografie?

Besondere Orte, eine bestimmte Atmosphäre, ein tolles Licht, einen besonderen Moment für immer festhalten zu können und damit unvergesslich zu machen. Das man irgendwann anfängt auf ganz andere Dinge zu achten und Sachen wahrnimmt die einem vorher nie aufgefallen wären.

Denkst Du, dass Fotografie auch umweltverträglich betrieben werden kann?

Ich denke schon, aber ich muss zugeben das ich mich mit dem Thema Umweltverträglichkeit in Zusammenhang mit Fotografie noch nicht beschäftigt habe.

Was sind Deine aktuellsten Projekte?

Momentan versuche ich die letzten Eindrücke eines Dorfes bei Düren festzuhalten.
Ein Dorf, das spätestens 2013 dem Kohleabbau weichen muss. Inzwischen stehen fast alle Häuser leer und ganze Straßenabschnitte sind schon verschwunden. Häuser, die schon mehrere Jahre verlassen sind, zeigen deutliche Spuren des Verfalls oder sind komplett zugewuchert.
Außerdem wird eine ehemalige belgische Kaserne in meiner näheren Umgebung dieses Jahr abgerissen und ich hoffe dort vorher noch einige Bilder machen zu können.

Industrieruinen: Ganz schön eitel

Industrieruinen: Ganz schön eitel

Hast Du Vorbilder in der Fotografie?

Da gibt es mehrere für die ich mich begeistern kann, ich würde sie aber nicht direkt als Vorbilder bezeichnen. Bei Gursky mag ich die strenge Geometrie in vielen seiner Bilder. Mitch Epstein fasziniert mich und die Hochhausbilder von Michael Wolf und Peter Bialobrzeski. Bei Stefanie Schneider mag ich das Zufällige in ihrer Arbeit. Mit beschädigtem Filmmaterial erzielt sie eine Atmosphäre wie aus einem David Lynch Film. Dazu kommen noch einige Fotografen die sich auch mit dem Thema “Verlassen” beschäftigen:
Die Nachtaufnahmen von Troy Paiva sind hier besonders erwähnenswert.
Außerdem das Projekt der “100 abandoned houses of Detroit” von Kevin Baumann.
Jan Smith hat es sogar auf die verbotene Insel Gunkanjima (auch Hashima Island, japanische Insel) geschafft und hier beeindruckende Bilder gemacht.